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Malagabesuch 11. – 15. November 2009

 

Wieder einmal hieß es Koffer packen, Boxen und Sachspenden zusammen sammeln und verpacken,

die Reiseunterlagen griffbereit verstauen und schon konnte es los gehen.

 

Früh morgens am 11.11., der Tag an dem andere den Karnevalsauftakt feiern, ging der erste Flieger von Hannover in Richtung Malaga.

An Bord Frau Hoyermann, Sindy und Barbara.

Nach drei Stunden waren wir am Ziel, holten unseren Mietwagen ab und los ging es zu unserer ersten Station, dem Refugio.

Die Begrüßung durch Laura war sehr nett und wir konnten uns gleich umschauen und die ersten Bilder machen.

 

Das Tierheim ist recht groß, es gibt freiwillige Helfer, die die Hunde versorgen und ein paar wenige Ausläufe. Dadurch, dass es direkt unterhalb der Perrera liegt, werden auch immer mal wieder Hunde von dort aufgenommen und vermittelt. Eine Tierschutzorganisation aus Finnland ist hier auch aktiv. Somit haben die Hunde im Refugio noch relativ gute Chancen auf eine Vermittlung.

 

Unsere zweite Station war das kleine Tierheim F.A.M.A. von Pat Coleman.

Ein kleines Paradies für die Hunde im Vergleich zu allem was

wir bisher in Südspanien gesehen haben.

Maximal 10 Zwinger und ca. 30 Hunde gibt es hier.

Die überwiegend englischen Helfer kümmern sich rührend um die Vierbeiner und gehen sogar mit ihnen gassi!

Die Hunde erhalten viel Zuspruch und Fürsorge.

Sie werden prima auf ein Leben in einer Familie vorbereitet.

Ab und zu übernimmt Pat auch mal ein/zwei Hunde von Ara,

wenn dort mal wieder sehr dringende Notfälle sind.

Auch hier haben wir neue Bilder gemacht und trafen alte Bekannte wieder! Für uns völlig unverständlich wartet hier immer noch Pepe auf seine Familie.

Er sitzt schon eine Ewigkeit bei F.A.M.A. und niemand beachtet ihn.

Dabei ist er so lieb, aber auch einsam, denn seine beste Freundin Flossie

hat den Sprung in eine neue Familie schon geschafft.

 

Letzte Station für diesen Tag war das PAD. Ebenfalls ein kleines Tierheim, das auch an einer Perrera grenzt. Werden Hunde aus dem PAD vermittelt, können wieder welche aus der Perrera geholt werden...

So wie auch im Refugio und bei F.A.M.A.! Auch hier werden die Tiere sehr gut versorgt.

Hier haben wir ebenfalls noch schnell ein paar Bilder geschossen, denn es wurde langsam dunkel.

Gut, dass wir genug Speicherkarten mit hatten... Leider trafen wir auch hier

Langzeitinsassen wie Simon, Krug, und Jack wieder...

 

Besonders Krug wartet schon so lange! Wissen Sie, warum??!

 

Am zweiten Tag ging es dann Richtung Lucena zu Ara.

Nach 1,5 Stunden Fahrt waren wir da und schon ging es rein in das Getümmel. Die Freude der Vierbeiner war, wie immer, riesig.

Endlich wieder Abwechslung und Besuch!

Es sind sooo viele Hunde, alle Größen, jedes Alter! Fast jeder versucht etwas Aufmerksamkeit und eine streichelnde Hand ab zu bekommen. Kurz nachdem wir da waren und anfingen nach den Hunden zu schauen, entdeckte Sindy einen kleinen schwarzen Rüden in einem der Zwinger, der am Boden lag und blutete. Ara nahm ihn sofort auf den Arm und brachte ihn zum Auto.

Er blutete am Hals und hatte einen Schock.

Wir wollten mit ihm zum Arzt, doch Ara meinte, dass wir das nicht tun können, denn der würde ihn nicht behandeln sondern einschläfern!

Wir ließen nicht locker und fragten weiter, was wir machen können.

Zur Tierärztin nach Lucena, sagte Ara dann schließlich.

Die Entscheidung war gefallen und so fuhren wir los.

Wir waren ganz verzweifelt und hofften, dass alles gut wird.

Ara erzählte uns, dass der kleine Kerl erst neu bei ihr war...

Bei der Tierärztin angekommen, konnten wir auch gleich in das Behandlungszimmer gehen.

Sie fing an ihn zu untersuchen und

rasierte ihm das Fell am Hals, um die Bisswunde zu versorgen.

Eine sofortige Infusion konnte sie nicht legen, da sich die Venen durch den Schock zusammen gezogen hatten (Zentralisation).

Der Kleine wurde soweit wie möglich erstversorgt und dann in einem separaten Raum untergebracht. Ein Heizstrahler sorgte für etwas Wärme.

Uns blieb nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen.

Für uns war das eine schlimme Erfahrung, für Ara ist es fast Alltag...

Einen Tag später erhielten wir dann die Nachricht, dass der Kleine es nicht geschafft hat !

Es schien erst, als würde es langsam besser gehen und auch die Infusion konnte gelegt werden. Doch dann begann er plötzlich aus der Schnauze zu bluten. Der arme Kerl hat wohl auch innere Verletzungen gehabt...

 

 

 

 

Das war ein riesiger Schock für uns und es macht uns immer sehr traurig, dass wir nicht alle Hunde einfach einpacken und mitnehmen können!

Natürlich ist das einfach unmöglich, aber glauben Sie uns,

wenn Sie von sanften, traurigen und hilfesuchenden Augen angesehen werden, dann finden Sie die dollsten Erklärungen, um das beinahe Unmögliche möglich zu machen!

 

Doch trotz der vielen Tiere dort und der Tatsache, dass es immer wieder zu (tödlichen) Beissereien kommt, haben wir gemerkt, dass es den Hunden unter diesen schlimmen Umständen noch immer recht gut geht!

Das wurde uns aber wirklich erst richtig bewusst bei unserer nächsten Station: Das ’Tierheim’ des Tierarztes, das nur ein paar Kilometer von der Auffangstation entfernt liegt! Es ist ein unheimlicher Ort!

Der Bau ist noch nicht komplett fertig, dadurch wirkt alles noch viel kälter und abschreckender. Das Schlimmste für uns war jedoch zu sehen, wie traurig die Hunde dort sind. Die, wenn auch ’überfüllte’, Freundlichkeit der Hunde bei Ara, ist hier überhaupt nicht vorhanden!

Die Tiere freuen sich nur vereinzelt, viele liegen hoffnungs- und regungslos in den viel zu kleinen und ungeschützten Zwingern.

Es hat uns wirklich fast das Herz gebrochen und immer wieder rollten ein paar Tränen der Verzweiflung. Die ganze Atmosphäre dort war beinahe unerträglich! Die großen Hunde, die in dem Video zu sehen sind, leben nicht mehr.

Wir wissen nicht, was mit den anderen in der Zwischenzeit passiert ist.

Doch der Tierarzt schläfert regelmäßig ein!

Das ist eine Tatsache und daher haben diese Hunde, da sind wir uns einig, unsere Hilfe am Nötigsten...


Erschöpft, verzweifelt und sprachlos traten wir die Rückreise nach Malaga an. Der nächste Tag, es war Freitag der 13., war für uns etwas ruhiger. Mittlerweile waren auch Gertrud und Anne vom Team angekommen und so konnten wir die erlebten Erfahrungen austauschen und auch noch eine Menge Dinge rund um den Tierschutz besprechen.

 

Am Samstag ging es dann früh am Morgen erstmal zu Andrea.

Wir teilten die Sachspenden und die Boxen auf, noch ein paar klärende Worte und dann ging es erneut in Richtung Ara.

Unterwegs stockte uns der Atem:

Ein wunderschöner junger Hund lief direkt an der Autobahn entlang. Ohne groß zu überlegen, stoppten wir, Leckerlis, Leine und Halsband in die Hand und los ging es. Wir näherten uns vorsichtig dem Hund, doch er wich uns immer wieder aus und verschwand schließlich durch ein Loch im Zaun.

Als wir dort ankamen, trauten wir unseren Augen nicht!

Da war noch ein zweiter Hund. Sehr groß und stattlich, an einer 2m ’langen’ Kette! Der ’Ausreisser’ fühlte sich jetzt zumindest sehr stark und bellte uns auf eine Entfernung von 50m an :-)

Was sollten wir tun?! Auf dem Grundstück war auch ein Haus, aber niemand schien gerade dort zu sein. Was hätte es genutzt?

Niemand hätte uns verstanden oder verstehen wollen...

So stopften wir das Loch zur Autobahn provisorisch und setzten unsere Fahrt zu Ara fort. Die Gedanken waren jedoch bei den beiden Hunden.

Alltag in Spanien...

 

Ara begrüßte uns  freudig und wir nahmen uns wieder Zeit,

um möglichst viele Bilder und auch kurze Videos zu drehen.

Dann ging es wieder zu dem Tierarzt. Einige Hunde, die zwei

Tage vorher noch da waren, fehlten.

Für sie war Freitag der 13. der letzte Tag, den sie in diesem Leben erleben durften...

Wir beschlossen, ein paar Hunde, die wirklich dringend waren,

zu "reservieren". Im Nachhinein mussten wir aber erfahren,

dass es den Tierarzt herzlich wenig interessiert,

ob die Tiere von Ara gesichert werden, denn auch von ihnen hat

er einfach welche eingeschläfert.

Zum Beispiel die total liebe, noch sehr junge und schmusige Josie.

Wir haben ihr noch einen Namen gegeben, aber zu mehr sind wir nicht mehr gekommen:

 

 

 

 

 

 

Wir waren schon fast am Aufbrechen, da kam ein ’Helfer’ des Tierheims. Allerdings hilft dieser Herr beim Fertigstellen der Zwinger...

Er kam mit einem großen Rollwagen und die Hunde dachten,

es gibt Futter!!

Teilweise spielten sie in ihren Zwingern verrückt.

Sie hatten so furchtbaren Hunger!

Doch es war kein Futter und so blieben ihre Mägen wieder einmal leer.

Der Tierarzt spart am Futter, denn das kostet Geld.

Wer das nicht übersteht und Mager und krank aussieht,

wird eingeschläfert. So hart das klingt, es ist die Wahrheit!

 

Mit den restlichen Nerven, die uns noch blieben,

verließen wir diesen grausamen Platz.

Wir mussten die Hunde zurück lassen und dieses Gefühl

macht einen fertig!

Wird es denn nie besser werden?!

 

Ara verabschiedete uns dann noch herzlich,

bedankte sich für die vielen Sach- und Geldspenden und es hieß für uns Abschied nehmen bis zum nächsten Mal.


Sonntag war Abreisetag!

Die Freude, wieder viele Hunde in ein neues Leben mitzunehmen, baute uns etwas auf. Nach Frankfurt flogen Rufi und Suri, nach Hamburg Radley, Lulu, Bolito, Tom und nach Hannover Lissy, Philipp, Jessi, Nek, Sandrita (Sita), Magneto, Neon (Lui) und Pepito.

 

Das schönste an dieser Reise war das Wetter...und natürlich das Wiedersehen mit Andrea und Ara.

Jedes Mal, wenn wir wieder nach Malaga fliegen,

überkommt uns ein Gefühl von Freude, Aufregung und Traurigkeit!

Freude auf die vielen Hunde und unsere Tierschutzkollegen,

Aufregung,weil wir ja nie wissen, was uns diesmal (unerwartetes)

widerfährt und Traurigkeit, weil wir nicht allen helfen können...

 

Doch wir werden immer weiter machen, denn für JEDES Tier,

dass es in ein neues Leben schafft, hat sich die Arbeit und Mühe gelohnt!

 

 

 

 

 

 

TopHundeleben retten e.V.